Cursor Test – KI-Code-Editor

Kategorie KI-Tools
Datum
Lesezeit 13 Min.
Autor Avatar-Foto Viktor

Fazit vorweg: Lohnt sich Cursor?

Ja – für professionelle Entwickler ist Cursor aktuell der leistungsfähigste KI-Code-Editor am Markt. Version 2.4 verwandelt die IDE in einen echten Entwicklungspartner, der nicht nur Code vervollständigt, sondern ganze Architektur-Aufgaben autonom plant und umsetzt. Besonders Composer, der Agent Mode und die neue Mission Control heben Cursor deutlich von der Konkurrenz ab.

Aber: Cursor ist kein Autopilot. Es verlangt Kompetenz in Prompting, Konfiguration und Überwachung. Wer blind vertraut, riskiert Fehler – bis hin zum berüchtigten „Zombie Revert Bug“, der unbemerkt Änderungen rückgängig macht. Für Hobby-Entwickler ist der kostenlose Plan zu eingeschränkt, und die Preisstruktur hat Kostenfallen. Trotzdem: Die Produktivitätsgewinne sind real und amortisieren die $20 im Pro-Plan oft am ersten Tag.

Wer tiefer verstehen willst, warum Cursor bei Multi-File-Edits und Agenten-Workflows so deutlich vor Copilot und Windsurf liegt, solltest du dir den großen Coding-Assistenten-Vergleich: GitHub Copilot vs. Cursor vs. Windsurf ansehen.

Cursor im Steckbrief

EigenschaftDetails
EntwicklerAnysphere
Bewertung (Unternehmen)29,3 Milliarden US-Dollar
BasisHard-Fork von Visual Studio Code
Aktuelle Version2.4 (Februar 2026)
Verfügbare KI-ModelleClaude 4.6 Opus, Claude 4.5 Sonnet, GPT-5.3 Codex, GPT-5.2, Gemini 3 Pro, Grok Code, cursor-small
PlattformWindows, macOS, Linux
PreisKostenlos (limitiert) bis $200/Monat
EnterpriseSOC 2 Type II, Zero Data Retention, CMEK

Sobald du tiefer in die Mechanik von Composer, Agent Mode und Mission Control eintauchen willst, lohnt sich der strukturierte Überblick in alle Infos zu Cursor – der KI-Code-Editor im Detail. Gerade wenn du prüfst, ob sich der Umstieg von VS Code langfristig rechnet, bekommst du dort eine vollständige Feature-Landkarte.

Preise und Pläne

Hobby, Pro, Pro+, Ultra und Teams im Überblick

Cursor bietet fünf Pläne an. Die Unterschiede liegen vor allem in der Anzahl der „Fast Requests“ – also wie oft du die leistungsstarken Frontier-Modelle mit Priorität nutzen kannst.

FeatureHobby (Free)Pro ($20/Mo)Pro+ ($60/Mo)Ultra ($200/Mo)Teams ($40/User/Mo)
Basis-Zugang2 Wochen TrialUnbegrenztUnbegrenztUnbegrenztUnbegrenzt
Tab Completions2.000/MonatUnbegrenztUnbegrenztUnbegrenztUnbegrenzt
Fast Requests50 (einmalig)500/Monat~1.500/Monat~10.000/MonatGepoolt
Slow Requests50 (einmalig)UnbegrenztUnbegrenztUnbegrenztUnbegrenzt
Frontier-Guthaben$0~$20 Wert~$70 Wert~$400 Wert~$20/User
Priority SupportNeinNeinJaHöchste PrioJa
Enterprise FeaturesNeinNeinNeinNeinSSO, Admin Panel

Was bedeuten „Fast Requests“ und „Slow Requests“?

Die „Fast Requests“ sind keine harte Grenze, sondern ein Guthaben für Rechenzeit mit Frontier-Modellen wie Claude 4.6 Opus oder GPT-5.3 Codex. Im Pro-Plan entsprechen die enthaltenen ~$20 an API-Guthaben etwa 225 komplexen Anfragen an Claude Sonnet 4.5 oder rund 500 an GPT-5.

Sind die Fast Requests aufgebraucht, wechselt Cursor auf „Slow Requests“. Du landest dann in einer Warteschlange und musst mit längeren Antwortzeiten rechnen. Alternativ kannst du „Pay-as-you-go“ aktivieren – dann zahlst du pro Anfrage weiter zum normalen Tarif.

Bugbot: Separate Kosten für automatisierte Code-Reviews

Wichtig zu wissen: Der Bugbot, Cursors automatisiertes Code-Review-Tool, ist nicht in den Standard-Abos enthalten. Bugbot Pro kostet zusätzlich $40 pro User und Monat (bis zu 200 Pull Requests). Bugbot Teams liegt ebenfalls bei $40 pro User, bietet aber unlimitierte PR-Reviews und ein Team-Dashboard.

Kostenfallen, die du kennen solltest

Die größte Falle: Wer den Teams-Plan ($40) mit Bugbot Teams ($40) kombiniert, zahlt $80 pro Entwickler pro Monat. Bei einem 10-köpfigen Team sind das $800 monatlich – das muss im Budget eingeplant werden.

Der Ultra-Plan ($200) klingt teuer, rechnet sich aber für Power-User, die Agenten über Nacht laufen lassen oder massive Refactorings durchführen. Die enthaltenen ~$400 an API-Gegenwert bieten Planungssicherheit gegenüber Pay-as-you-go.

Kosten sind bei Cursor kein Nebenthema. Der praxisnahe KI-Tool-Kosten- und Budget-Guide unterstützt dich dabei, Fast Requests, API-Guthaben und Teamlizenzen sauber zu kalkulieren – bevor aus $20 schnell $800 im Monat werden.

Die wichtigsten Funktionen

Cursor Tab – Autovervollständigung auf Steroiden

Cursor Tab geht weit über klassische Autovervollständigung hinaus. Das Feature wird durch eine Kombination aus dem hauseigenen cursor-small-Modell und der Supermaven-Technologie angetrieben und liefert Vorschläge mit einer Latenz, die im normalen Tippfluss kaum wahrnehmbar ist.

Drei Dinge machen den Unterschied:

Multi-Line Prediction schlägt nicht nur die aktuelle Zeile vor, sondern antizipiert ganze Logikblöcke inklusive Fehlerbehandlung und Edge Cases.

Next Edit Prediction erkennt Zusammenhänge über Dateigrenzen hinweg. Änderst du eine Funktionssignatur in Datei A, springt Cursor proaktiv zum Aufruf in Datei B, weil dort ebenfalls eine Anpassung nötig ist.

Smart Paste passt eingefügten Code aus externen Quellen automatisch an deinen Projektstil an – Variablennamen, Import-Struktur und Formatierung werden angepasst.

Composer – Multi-File Edits orchestrieren

Der Composer (Cmd + I) ist das Herzstück für Architekten und Senior Developer. Du beschreibst eine High-Level-Änderung in natürlicher Sprache – etwa „Refactoriere den User-Service für OAuth2 und aktualisiere alle API-Endpunkte sowie die Frontend-Typen“ – und Composer erledigt den Rest.

Composer analysiert Abhängigkeiten, identifiziert alle relevanten Dateien (oft dutzende gleichzeitig) und führt die Änderungen parallel durch. Die UI zeigt eine Diff-Ansicht für jede betroffene Datei. Du kannst Änderungen einzeln akzeptieren oder ablehnen (Cherry-Picking), behältst aber den Überblick über die Gesamtkonsistenz.

Agent Mode und Long-Running Agents

Mit Version 2.4 wurde der Agent Mode massiv erweitert. Die größte Neuerung: „Long-Running Agents“. Frühere Agenten scheiterten an Aufgaben, die mehr als ein paar Minuten dauerten. Die neuen Agenten können über Stunden hinweg arbeiten – etwa um eine komplette Testabdeckung für ein Legacy-Modul zu schreiben oder eine Migration durchzuführen.

Subagents – parallele Teilaufgaben delegieren

Zur Bewältigung komplexer Aufgaben kann der Hauptagent spezialisierte Subagenten starten. Diese laufen in isolierten Kontexten und bearbeiten Teilaufgaben parallel. Ein Subagent recherchiert die Dokumentation einer externen Bibliothek, während ein anderer die Unit-Tests vorbereitet.

Das verhindert „Context Pollution“ – also dass der Hauptagent durch zu viel irrelevanten Kontext die Orientierung verliert.

Mission Control – alle Agenten im Blick

Mission Control ist die neue Kommandozentrale für paralleles Arbeiten mit KI. Inspiriert von macOS Exposé, zeigt ein Grid-Layout alle aktiven Tasks als skalierte Vorschauen: Welcher Agent arbeitet woran? Welche Composer-Sitzung ist aktiv? Welcher Terminal-Prozess läuft?

Das ist essenziell, wenn du mehrere KI-Instanzen gleichzeitig orchestrierst – was im Jahr 2026 für viele Entwickler zum Alltag gehört.

Terminal-Integration und Cloud Handoff

Auch die Befehlszeile bekommt KI-Power. Du kannst Befehle in natürlicher Sprache eingeben – etwa „Lösche alle node_modules und installiere neu“ – und Cursor übersetzt das in die korrekten Shell-Befehle.

Besonders spannend für mobiles Arbeiten: Cloud Handoff. Eine lokal gestartete Aufgabe lässt sich an einen Cloud-Agenten übergeben. Dieser arbeitet in einer sicheren Cloud-Sandbox, erstellt einen Pull Request und benachrichtigt dich. So entkoppelst du langwierige Aufgaben wie Kompilierungen oder große Refactorings von deiner lokalen Hardware.

Plan Mode – erst denken, dann coden

Bevor eine Zeile Code geschrieben wird, kannst du den Agenten in den Planungsmodus versetzen (Shift + Tab). Hier analysiert er die Anforderung, erstellt einen Schritt-für-Schritt-Plan und validiert diesen gegen den bestehenden Code.

Neu und besonders wertvoll: Der Agent stellt „Clarification Questions“. Ist eine Anforderung mehrdeutig – etwa „Soll die neue API abwärtskompatibel sein?“ – pausiert er und fragt nach, anstatt Annahmen zu treffen.

Modelle: Welche KI steckt dahinter?

Cursor verfolgt einen modellagnostischen Ansatz. Du bist nicht an einen Anbieter gebunden, sondern kannst aus dem gesamten Spektrum der Frontier-Modelle wählen.

Verfügbare Modelle im Überblick

ModellAnbieterKontextfensterSpezialisierungKostenfaktor
Claude 4.6 OpusAnthropic200k / 1M (Beta)Komplexes Reasoning, ArchitekturSehr hoch
Claude 4.5 SonnetAnthropic200kBalance aus Speed und IntelligenzMittel
GPT-5.3 CodexOpenAI272kReines Coding, BoilerplateHoch
GPT-5.2OpenAI272kErklärungen, DokumentationMittel
Gemini 3 ProGoogle200k / 1M+Analyse riesiger MonoreposMittel
Grok CodexAI256kExperimentell, weniger FilterHoch
cursor-smallCursorLimitiertUltra-Low Latency, Tab CompletionInklusive

Claude 4.6 Opus vs. GPT-5.3 Codex in der Praxis

Ein wichtiger Punkt: Synthetische Benchmarks spiegeln die Realität nicht immer wider. In der Praxis zeigt Claude 4.6 Opus eine höhere Zuverlässigkeit bei komplexen Dateisystem-Operationen und versteht implizite Architekturvorgaben besser als GPT-5.3 Codex.

GPT-5.3 hat dagegen Schwächen bei spezifischen Authentifizierungs-Flows und File-Handling-Edge-Cases, die in isolierten Benchmarks oft nicht abgebildet werden.

Unsere Empfehlung: Claude 4.6 Opus für kritische Architektur-Änderungen und tiefes Refactoring. GPT-5.3 Codex spielt seine Stärken bei der schnellen Generierung isolierter Funktionen oder Skripte aus.

cursor-small – das hauseigene Modell

Für alltägliche Aufgaben wie Autovervollständigung und kleine Edits nutzt Cursor sein eigenes, hochoptimiertes Modell. Es ist darauf trainiert, extrem schnell zu antworten, und verursacht keine zusätzlichen Kosten. cursor-small dient als erste Verteidigungslinie, um die teureren Frontier-Modelle zu entlasten.

Konfiguration: .mdc-Regeln und das Level-4-Reifegradmodell

Ein oft unterschätzter Faktor für den Erfolg mit Cursor: die Qualität des Kontextes, den du der KI zur Verfügung stellst. Hier hat sich 2026 ein neuer Standard etabliert.

Von .cursorrules zu modularen .mdc-Dateien

Bis 2025 war eine einzelne .cursorrules-Datei im Root-Verzeichnis der Standard. Das führte oft zu monolithischen, unwartbaren Dateien. Der neue Standard: modulare .mdc-Dateien (Markdown Configuration) im Ordner .cursor/rules/.

Jede .mdc-Datei kombiniert Metadaten mit Anweisungen in natürlicher Sprache:

---
description: "Regeln für React-Komponenten im Design-System"
globs: "src/components/ui/**/*.tsx"
alwaysApply: false
---

Der Clou: Über globs definierst du, für welche Dateien eine Regel gilt. So lädt der Agent nur die relevanten Regeln – statt den Kontext mit irrelevanten Anweisungen zu verstopfen.

Experten empfehlen ein vierstufiges Reifegradmodell:

Level 1 (Ad-hoc): Keine Regeln, reine Chat-Interaktion. Inkonsistente Ergebnisse.

Level 2 (Docs): Dokumentation in den Kontext einfügen. Besser, aber oft zu viel Information auf einmal.

Level 3 (AGENTS.md): Eine zentrale Datei mit Anweisungen.

Level 4 (Capability-Specific Rules): Granulare .mdc-Dateien für spezifische Domänen (auth.mdc, database.mdc, testing.mdc), ergänzt durch konkrete Code-Beispiele. Das ist der Sweet Spot.

Skills, Hooks und der „Grind Loop“

Für fortgeschrittene Automatisierung gibt es Skills (definiert in SKILL.md-Dateien) und Hooks (konfiguriert in .cursor/hooks.json).

Ein Beispiel für den sogenannten „Grind Loop“: Du definierst einen Hook, der nach jeder Code-Änderung automatisch die Tests ausführt. Schlagen sie fehl, erhält der Agent das Fehlerprotokoll und versucht autonom, den Fehler zu beheben. Dieser Loop lässt sich auf eine maximale Anzahl von Iterationen begrenzen – etwa 5 Versuche – um die Kosten im Griff zu behalten.

Datenschutz und Enterprise-Features

Privacy Mode und Zero Data Retention

Cursor bietet einen Privacy Mode (Standard in Enterprise, aktivierbar im Pro-Plan), der Zero Data Retention garantiert. Code-Snippets und Prompts werden nur flüchtig im Arbeitsspeicher verarbeitet und danach sofort verworfen. Keine Daten landen auf Festplatten und – entscheidend – keine Daten werden zum Training der Modelle verwendet. Das ist vertraglich mit OpenAI, Anthropic und Google abgesichert.

SOC 2, Verschlüsselung und CMEK

Cursor ist SOC 2 Type II zertifiziert und wird jährlich Penetrationstests unterzogen. Daten werden im Transit via TLS 1.2+ und at Rest via AES-256 verschlüsselt.

Für regulierte Industrien besonders relevant: Customer Managed Encryption Keys (CMEK). Enterprise-Kunden können eigene Schlüssel (z. B. über AWS KMS) bereitstellen. Entzieht ein Kunde Cursor den Zugriff auf den Schlüssel, sind die Daten unlesbar – Stichwort „Crypto-Shredding“.

Cursor Blame – wer hat den Code geschrieben, Mensch oder KI?

Ein Alleinstellungsmerkmal für Compliance: Cursor Blame erweitert das klassische git blame. Es zeigt Zeile für Zeile, ob Code von einem Menschen getippt, per Tab-Completion eingefügt oder von einem Agenten generiert wurde – inklusive Information, welches Modell dahintersteckt.

Das schafft Transparenz für Audits und Intellectual-Property-Fragen. In Teams, die intensiv KI nutzen, ist das Gold wert.

Was uns gefällt (Pro)

Composer ist ein Gamechanger. Multi-File Edits mit einer einzigen Anweisung, dazu eine saubere Diff-Ansicht – das spart bei größeren Refactorings Stunden.

Die Modellagnostik gibt Freiheit. Du bist nicht an ein einzelnes Modell gekettet, sondern wählst je nach Aufgabe das Beste. Claude 4.6 Opus für Architektur, GPT-5.3 für schnelle Skripte, cursor-small für den Alltag.

Long-Running Agents und Subagents ermöglichen echte Delegation. Eine komplette Testabdeckung über Nacht schreiben lassen? Möglich.

Mission Control bringt Ordnung ins Chaos, wenn mehrere Agenten parallel arbeiten.

Cursor Blame löst ein echtes Problem für Enterprise-Kunden: KI-Transparenz im Code.

Die .mdc-Konfiguration ermöglicht granulare Steuerung, die mit keinem anderen Tool so möglich ist.

Smart Paste und Next Edit Prediction klingen nach Kleinigkeiten, beschleunigen den Alltag aber spürbar.

Was uns nicht gefällt (Contra)

Der „Zombie Revert Bug“

Das aktuell größte Stabilitätsproblem: Cursor setzt Code-Änderungen, die bereits gespeichert schienen, Minuten später ohne Warnung zurück. Das betrifft Versionen ab 2.2.36 bis in die 2.3-Reihe und tritt besonders bei Nutzung des Auto-Modus und paralleler Agenten auf.

Im schlimmsten Fall entsteht eine „Cascade Corruption“ – darauf aufbauende Änderungen werden ebenfalls inkonsistent. Die Mitigation: Vor jedem Agenten-Start einen Git Commit machen (git commit -m "pre-agent save"), keine parallelen Agenten in denselben Dateien laufen lassen und Changelogs für Version 2.4+ genau auf Fixes prüfen.

Vendor Lock-in durch proprietäre Workflows

Die Investition in .mdc-Regelwerke ist proprietär. Diese Regeln funktionieren in keiner anderen IDE. Auch die Gewöhnung an Composer, Mission Control und die Agenten-Workflows erzeugt eine Abhängigkeit. Ein Rückwechsel zu Standard-VS Code fühlt sich danach wie ein massiver Produktivitätsverlust an.

Weitere Schwächen:

Die Preisstruktur ist unübersichtlich. Fast Requests, Slow Requests, Frontier-Guthaben, separater Bugbot – das erfordert Kalkulation, bevor man sich committet.

Die Hobby-Version ist zu limitiert, um Cursor ernsthaft zu evaluieren. 50 einmalige Requests reichen kaum für einen Nachmittag.

Bei sehr großen Codebases berichten Nutzer von Instabilitäten und Halluzinationen – hier schneidet Windsurf in Community-Tests teilweise besser ab.

Für wen ist Cursor geeignet?

Für professionelle Entwickler und Architekten ist Cursor die erste Wahl. Wer täglich mit komplexen Codebasen arbeitet, Multi-File Edits braucht und bereit ist, in Konfiguration zu investieren, bekommt das mächtigste Tool am Markt.

Für Teams in regulierten Umgebungen bietet die Kombination aus Privacy Mode, SOC 2, CMEK und Cursor Blame ein Compliance-Paket, das kein Wettbewerber in dieser Form liefert.

Für Hobby-Entwickler und Einsteiger ist Cursor nur bedingt empfehlenswert. Der Free-Plan ist zu eingeschränkt, und die Komplexität der Konfiguration (mdc-Regeln, Modellwahl) kann überfordern. Hier ist Windsurf mit $15/Monat und einfacherem Einstieg die bessere Wahl.

Für reine Terminal-Nutzer ist Claude Code die schlankere Alternative – ohne grafische IDE, dafür fokussiert auf CLI-Workflows.

Alternativen zu Cursor

Windsurf (Codeium)

Windsurf ist Cursors härtester Konkurrent. Die Philosophie unterscheidet sich: Während Cursor auf explizite Anweisungen via Composer setzt, versucht Windsurf mit „Cascade“ und „Flow“ die Intention des Entwicklers proaktiver zu erraten.

In Community-Tests wird Windsurf für sein tieferes Kontextverständnis gelobt – es scheint weniger anfällig für Vergesslichkeit bei langen Sessions. Bei sehr großen Codebases läuft es stabiler. Und mit $15/Monat ist es günstiger als Cursors Pro-Plan.

Der offensichtlichste Alternativkandidat ist Windsurf – und im detaillierten Windsurf Test zum KI-Code-Editor siehst du, wo es bei sehr großen Codebasen stabiler läuft als Cursor.

GitHub Copilot

Copilot bleibt der Standard für Unternehmen im Microsoft/GitHub-Ökosystem. Es ist tief integriert und vertraut. Allerdings leidet es als VS-Code-Extension unter technischen Limitierungen – Features wie Mission Control sind schlicht nicht möglich. Cursor führt Innovationen oft Monate vor Copilot ein.

Bleibst du im Microsoft-Ökosystem, ist der GitHub Copilot Test Pflichtlektüre. Dort erkennst du klar, welche Limitierungen eine Extension-Architektur im Vergleich zu einem VS-Code-Fork mit sich bringt – ein entscheidender Punkt, wenn du Mission-Control-ähnliche Workflows erwartest.

Claude Code

Claude Code ist ein CLI-First-Werkzeug von Anthropic. Es richtet sich an Entwickler, die primär im Terminal leben. Die Stärke liegt bei reinen Text-Operationen und Skripting. Was fehlt: die visuelle Diff-Ansicht und Projekt-Navigation einer vollwertigen IDE.

Gerade bei der Wahl zwischen Claude, GPT und Gemini lohnt sich zusätzlich der strategische Überblick in ChatGPT vs. Claude vs. Gemini – Vergleich 2026.

Fazit: Mächtig, aber kein Autopilot

Cursor ist im Februar 2026 das technologisch führende Werkzeug für KI-gestütztes Coding. Version 2.4 mit Long-Running Agents, Mission Control und Subagents setzt Maßstäbe. Die Fähigkeit, nicht nur Code zu vervollständigen, sondern komplexe Aufgaben autonom zu planen und auszuführen, rechtfertigt den Preis – besonders im Vergleich zu Entwickler-Gehältern.

Aber Cursor ist ein Exoskelett, kein Autopilot. Es potenziert die Fähigkeiten des Entwicklers, ersetzt aber nicht das Denken. Wer sich die Zeit nimmt, .mdc-Regeln sauber aufzusetzen, den Plan Mode zu nutzen und defensive Git-Workflows zu etablieren, bekommt einen Entwicklungspartner, der seinesgleichen sucht.

Wer einfach nur drauflostippen will, ist mit Windsurf oder GitHub Copilot besser bedient.

FAQ

Was kostet Cursor? Cursor bietet einen kostenlosen Hobby-Plan (stark limitiert), Pro für $20/Monat, Pro+ für $60/Monat und Ultra für $200/Monat. Der Teams-Plan liegt bei $40 pro User und Monat. Der Bugbot kostet separat $40 pro User.

Kann ich Cursor kostenlos nutzen? Ja, aber nur eingeschränkt. Der Hobby-Plan bietet ein 2-Wochen-Trial mit 2.000 Tab Completions und 50 Fast Requests – einmalig, nicht monatlich.

Welches KI-Modell sollte ich in Cursor verwenden? Für komplexe Architektur-Aufgaben und Refactoring: Claude 4.6 Opus. Für den täglichen Gebrauch: Claude 4.5 Sonnet (gute Balance aus Speed und Intelligenz). Für schnelle Skripte und Boilerplate: GPT-5.3 Codex. Für einfache Edits: cursor-small (kostenlos inklusive).

Ist Cursor sicher für Unternehmen? Cursor bietet SOC 2 Type II Zertifizierung, Zero Data Retention im Privacy Mode, AES-256-Verschlüsselung und Customer Managed Encryption Keys (CMEK). Code wird nicht zum Modelltraining verwendet.

Was ist der Unterschied zwischen Cursor und VS Code? Cursor ist ein Hard-Fork von VS Code – also eine eigenständige Anwendung auf VS-Code-Basis. Dadurch hat Cursor direkten Zugriff auf Rendering-Pipeline, Dateisystem und Terminal-Prozesse. VS-Code-Extensions wie Copilot können das nicht.

Was ist der „Zombie Revert Bug“? Ein bekanntes Stabilitätsproblem in Versionen ab 2.2.36: Cursor setzt gespeicherte Code-Änderungen ohne Warnung zurück. Empfohlene Gegenmaßnahme: Vor jedem Agenten-Start einen Git Commit durchführen.

Cursor oder Windsurf – was ist besser? Cursor ist leistungsfähiger (mehr Features, mehr Modelle, bessere Enterprise-Features). Windsurf ist günstiger ($15 vs. $20), einfacher im Einstieg und bei sehr großen Codebases stabiler. Für professionelle Entwickler und Teams empfehlen wir Cursor, für Einsteiger Windsurf.

Was sind .mdc-Dateien? Der neue Standard für Projektregeln in Cursor. Modulare Markdown-Configuration-Dateien im Ordner .cursor/rules/, die über Globs definieren, für welche Dateien sie gelten. Sie ersetzen die alte monolithische .cursorrules-Datei.


Viktor

Viktor

Autor

Viktor W. arbeitet seit über 10 Jahren im Online-Marketing und nutzt KI-Tools seit 2022 täglich für Content, Recherche und Automatisierung. Als Mitgründer und Content Lead von entropai testet er Tools hands-on und schreibt Ratgeber, die auf echter Nutzung basieren.